Anleitung zur Selbshilfe

Atmung – das Entgiftungsorgan

Essen, trinken und atmen sind die drei lebensnotwendigen Grundbedürfnisse des menschlichen Körpers.

Über essen und trinken haben wir schon sehr viel geschrieben. Wir wissen, dass unsere Lebensmittel unseren Körper krank oder auch gesunden werden lassen können.

Ebenso verhält es sich mit unserer Atmung.

Über unsere Atmung nehmen wir Sauerstoff auf, und über die Atmung entgiften wir unseren Körper.

Die Atmung ist so selbstverständlich und banal, kaum jemand macht sich über sie Gedanken.

Dabei können wir problemlos einige Wochen ohne Essen auskommen. (Meine längste Fastenzeit betrug 42 Tage.) Wir können zwei bis drei Tage ohne zu trinken überleben (Bis auf ganz wenige Ausnahmen – ich kenne zwei geistig-spirituell weiter entwickelte Menschen, die ein Jahr ohne essen und trinken gelebt haben.) Aber hören wir auf zu atmen, dauert es nur wenige Minuten bis zum Tod.

Dies zeigt welchen Stellenwert die Atmung hat, und wie wichtig sie ist.

Gesund atmen

Yogis beschäftigen sich jahrelang mit verschiedenen Atemtechniken, um den Körper zu heilen, die Emotionen zu klären und einen klaren ungetrübten Geist zu erlangen.

Im Ayurveda nimmt Atmung deshalb einen großen Raum ein.

Dabei unterscheiden wir erst einmal zwischen Bauch- und Brustatmung. Atmen wir in die Brust, heben Brust und Schulter sich also bei der Atmung, haben wir auf Grund der Begrenzung durch die Rippen ein geringeres Atemvolumen. Unsere Atmung wird flacher, die Sauerstoffaufnahme verringert sich, der Atemrhythmus wird schneller. Das Herz wird eingeengt und bekommt Druck. Wir schütten das Stresshormon Adrenalin aus. Dies ist der Weg in viele Krankheitsbilder.

Die natürliche, freie Atmung ist die Bauchatmung. Hierin wird z. B. jede schwangere Frau genau so unterrichtet wie auch jeder Sportler.

Atmen wir in den Bauch, werden unsere Organe komprimiert und in Folge erhöht durchblutet. Sie entgiften besser. Das Atemvolumen ist ca. 1/3 größer gegenüber der Brustatmung. Wir nehmen viel mehr Sauerstoff auf, atmen ruhiger und entspannen.

Atmen lernen

Fällt uns die Brustatmung bei anderen auf, so zeigen wir die ‚rustikale Umschaltung‘:

Der Patient legt sich auf den Rücken und bekommt ein dickes Buch o. Ä. auf den Bauch gelegt. Dann konzentriert er sich auf seine Atmung. Mit jedem Einatmen stellt er sich vor, er atmet in seinen Bauch wie in einen Ballon. Dabei atmet das Buch (Gewicht) weg. Wenn er über seiner Nasenspitze sieht, wie das Buch sich hebt und beim Ausatmen senkt, hat er es geschafft.

Nun atmet er ein und zählt dabei bis drei, hält die Luft an bis drei zählend und atmet jetzt lange durch den Mund aus bis neun zählend. Hält die Luft wieder bis drei zählend an.

Dies wiederholt er mehrmals und beginnt, es täglich ganz bewusst zu trainieren.

Geübt kann er dann auch seine Hand statt des Buches auf seinen Bauch legen.

Darüber hinaus raten wir immer, noch mehrmals täglich sich an ein Fenster zu stellen, die Hand auf den Bauch zu legen und die rustikale Umschaltung zu praktizieren.

Bis man ganz natürlich nur noch in den Bauch atmet.

In Folge wird der Patient beobachten, dass er nicht nur entspannter und vitaler ist. Auch sein Geist wird klarer und zielgerichteter sein. Und vor allem gerät er nicht mehr so schnell unter Druck

 

Im Volksmund heißt es man braucht ‚einen langen Atem‘ …

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